Praxis für Krankengymnastik
Udo Borm
Marienburgstr. 3
46047 Oberhausen

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News

Bewegung und körperliche Aktivität gerade jetzt

Quarantäne, Selbstisolation, Vermeidung sozialer Kontakte, Homeoffice – Bewegung und Ausgleich sind gerade in der aktuellen Situation für viele Menschen wichtiger denn je: Bewegung und körperliche Aktivität fördern nachweislich das psychische und körperliche Wohlbefinden, meint auch Prof. Jens Kleinert vom Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln: „Die Studienlage ist recht eindeutig. Je schlechter wir uns fühlen, desto mehr profitieren wir von körperlicher Aktivität. Das gilt gleichermaßen für die Stimmungslage und für das körperliche Befinden.“

Doch was tun? Die Fitnessstudios sind geschlossen und auch die Sportvereine bieten kein Programm. Kleinert: „Jetzt ist Einfallsreichtum gefragt. Im Homeoffice alle dreißig Minuten den Wecker stellen und fünf Minuten Gymnastik oder ein kleines Workout am offenen Fenster machen. Wenn nicht jetzt, wann dann?" Und wer sich nicht selbst organisieren möchte, für den gibt es das Fitnessstudio auch online. Aber auch der Sport in der freien Natur ist laut Kleinert gerade jetzt wichtig. „Wir sollten, wo immer möglich und so lange wie möglich, das Bewegen in der freien Natur suchen. Gerade jetzt ist die Zeit, den Waldspaziergang mit der Familie oder dem Partner wiederzuentdecken. Wobei wir natürlich die Vernunftsregeln des Robert-Koch-Instituts beachten sollten.“

Regeln beachten und trotzdem kreative Bewegungsformen finden – das ist möglich. Aber was ist mit dem für viele Menschen vermutlich schönsten Teil des Sports, dem Zusammensein? „Nutzen Sie gerade jetzt virtuelle Verabredungen“, empfiehlt Kleinert. „Ermuntern und unterstützen Sie andere beim Aktivwerden oder Aktivbleiben mit Textnachrichten oder Bildern von sich oder anderen. Gerade jetzt ist sozialer Kontakt, wenn auch nicht physisch, besonders wichtig.“

Umdenken und neue Wege suchen könnte auch eine Chance sein, so der Experte. Eine Chance zu einem Neuanfang – auch für Bewegung und körperliche Aktivität.

20.05.2020 DGA | Quelle: Deutsche Sporthochschule Köln

Professionelle Krisenberatung

Die Corona-Krise als Chance sehen – das gelingt nicht jedem. Wer existenzielle oder allgemeine Zukunftssorgen hat oder um die eigene Gesundheit fürchtet, kann sich schwer für neue Ideen oder positive Gedanken öffnen. So erleben zahlreiche Menschen die aktuelle Zeit vor allem als eine persönliche Krise. Sie können die Veränderungen und elementaren Einschnitte in den Alltag schwer oder gar nicht aushalten. „Je besser es gelingt, jeden Einzelnen mitzunehmen, desto erfolgreicher wird die Bewältigung der gesamten Krise gelingen“, findet Birthe Hucke, Vorstandsmitglied des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.).

Für Ergotherapeuten nichts Neues: Menschen in einer Krise. Bislang ist Ergotherapie genau dort etabliert, wo es zu persönlichen Krisen kommt. Etwa nach oder durch schwere Erkrankungen oder Unfälle mit weitreichenden Folgen wie bleibenden Beeinträchtigungen oder Behinderungen. Ebenso kümmern sich Ergotherapeuten um diejenigen, die durch eine schwerwiegende Veränderung in ihrem Leben wie den Verlust des Arbeitsplatzes, die Verrentung, eine Scheidung oder den Tod nahestehender Menschen eine Zäsur erleben und sich dadurch in einer Krise befinden. „Schwere Zeiten zu bewältigen und dabei seelisch gesund zu bleiben oder sogar Chancen zu nutzen und durch die erlebten Erfahrungen zu wachsen – das gelingt vielen nur mit entsprechender professioneller Unterstützung, beispielsweise durch Ergotherapeuten“, sagt Birthe Hucke, selbst Ergotherapeutin mit langjähriger Erfahrung. Es kann ein neuer Lebensabschnitt entstehen, den es zu entwickeln und zu gestalten gilt.

Professionelle Hilfe durch Ergotherapeuten Eine der zentralen Aufgaben von Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten wie Birthe Hucke ist, ihren Patienten und Klienten ihre persönlichen Stärken aufzuzeigen, zu vermitteln, dass sie etwas wert sind. Dazu finden sie gemeinsam heraus, welches Potenzial in ihnen steckt. Auf diese Weise können die Betroffenen ihren Fokus auf das Positive richten. Anstatt sich ausschließlich auf die allgemeine, gesellschaftliche weltweite Krise zu fokussieren, sind sie so gestärkt wieder in der Lage, gemeinsam und mit fördernden Impulsen ihrer Ergotherapeutin Lösungen für ihren Alltag zu entwickeln. Die Ergotherapeutin Hucke ermutigt alle Betroffenen, sich früh- und rechtzeitig professionelle Hilfe zu holen: „Es sollte nicht dazu kommen, dass Menschen in eine Depression verfallen oder als Überreaktion ihrer Angespanntheit gewalttätig werden. Auch soll sich niemand mit den Folgen der Krise alleingelassen oder ohnmächtig und handlungsunfähig fühlen“. Der Hausarzt ist in solchen Fällen ein guter Ansprechpartner, der zurzeit auch nach einer telefonischen Beratung beispielsweise Ergotherapie verordnen kann. Ergotherapeuten sind durch ihre Ausbildung in vielen Bereichen qualifiziert; so gehören Medizin und Sozialwissenschaften ebenso zu ihren Wissensgebieten wie Pädagogik, Psychologie und Soziologie.

Ergotherapeuten stabilisieren die Gefühle Schritt für Schritt Zunächst schaffen Ergotherapeuten eine solide Vertrauensbasis für die Zusammenarbeit mit ihren Patienten. Das ist die wichtigste Grundvoraussetzung für ihre Arbeit, um gemeinsam herauszuarbeiten, welche realisierbaren Veränderungswünsche bestehen. Parallel vermitteln sie den Hilfesuchenden Strategien, um sich besser selbst zu regulieren. In der Folge stabilisiert sich die Gefühlslage – zum eigenen Wohle und ebenso für das unmittelbare Umfeld. Auch nehmen die Betroffenen dadurch ihre Selbstwirksamkeit wahr, die Gefahren häuslicher Gewalt nehmen ab und ein reflektierter Umgang mit Ängsten, Bedrohungen und allen weiteren Auswirkungen der derzeitigen Krise wird wieder möglich. Diese Menschen können dann beispielsweise auch wieder feststellen, dass es durchaus schöne Momente im Leben gibt, diese wertschätzen und für sich nutzen. In einer solchen veränderten Stimmungslage kann wieder ein neuer, lebenswerter und funktionsfähiger Alltag entstehen.

Ergotherapeuten machen Menschen wieder handlungsfähig Ein Großteil der Menschen in Deutschland ist derzeit massiv in seinen Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt, was sich auf diejenigen mit einer Erkrankung in einem extremen Maß auswirkt. Aber auch Gesunde, insbesondere Berufstätige, erleben sich zurzeit in einem bisher nicht dagewesenen Umfang als ausgebremst und handlungsunfähig: Die Arbeitswelt hat sich durch die Kontaktsperre dramatisch verändert. Ganze Branchen liegen danieder und es ist nicht absehbar, wann und wie oder ob sie überhaupt wiederbelebt werden können. Aber Arbeit bedeutet so vieles: Erfüllung, Bestätigung und Anerkennung, finanzielle Absicherung und soziale Kontakte ebenso wie eine feste Tages- und Wochenstruktur. Zusammen mit den anderen Einschränkungen, die das Infektionsrisiko mit SARS CoV-2 reduzieren helfen, bewirkt das bei Betroffenen oft einen plötzlichen, schlimmen Einschnitt in ihr bisheriges Leben. Sie sind mit ihrem veränderten Alltag überfordert und nicht mehr in der Lage, eine Perspektive für sich zu erkennen. Ergotherapeuten haben für diese Menschen nicht einfach eine Nullachtfünfzehn-Lösung. Ihre Ansätze und Interventionen sind tiefgründig und vor allem: klientenzentriert, also ganz individuell. Was steckt in derjenigen Person, was macht sie aus, welche Ideen und Wünsche hat sie, welche Talente schlummern in ihr und was ist für sie der Sinn des Lebens? Das alles sind Fragen, die sich mithilfe ausgeklügelter Fragen und Fragetechniken und dem sehr genauen Blick in die Biografie klären lassen. Genauso wichtig wie die „technische“ Seite ist Empathie. Ergotherapeuten zeichnen sich durch ihr Feingefühl aus, dadurch, dass sie auch Zwischentöne hören, Leidenschaften erkennen – all das, wo Begeisterung zu erahnen ist und ein Nachhaken lohnt. So lassen sich im ersten Schritt neue, für den Menschen in der Krise passende und bedeutsame Strukturen für jeden Tag erschaffen. Danach kann es – bei entsprechendem Potenzial und Wünschen – um mehr gehen. Der persönliche Erfolg macht sich nicht ausschließlich am Umfeld fest. Denn das ist die Chance in der Krise: Die Gesellschaft braucht jetzt Menschen, die bereit sind, sich zu verändern, Neues auszuprobieren oder eigene Ideen, Visionen, Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ergotherapeuten haben eine große Methodenvielfalt und ergotherapeutische Konzepte zur Auswahl, mit deren Hilfe sie diese Klienten unterstützen, ihre eigene individuelle Lösung für einen neuen Lebensabschnitt zu erarbeiten.

Millionenförderung für weitere Forschung zur Musikphysiotherapie an der Hochschule Osnabrück

Im Forschungsfeld der Physiotherapie für Musikerinnen und Musiker ist die Hochschule Osnabrück bundesweit eine der ersten Adressen. Seit wenigen Monaten erweitern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule ihre Expertise in diesem Bereich im Forschungsprojekt „RefLabPerform“. „RefLabPerform“ steht für Referenzlabor für Performing Artists (Performing Artists – darstellende Künstlerinnen und Künstler). Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit mehr als 1,1 Millionen Euro gefördert. „Wir werden unsere klinischen Erfahrungen, die wir in der Behandlung darstellender Künstlerinnen und Künstler über Jahre gesammelt haben, mit den Ergebnissen verbinden, die wir im Labor bei der biomechanischen Bewegungsanalyse sammeln“, erklärt Prof. Dr. Christoff Zalpour, Sprecher der Forschungsgruppe.

Prof. (in Verw.) Dr. Dirk Möller veranschaulicht das Projektvorhaben am Beispiel einer Cellistin. „Wenn sie aufgrund von Schmerzen beim Spielen zu uns kommt, wird sie zunächst händisch im Sitzen, Stehen, mit und ohne Instrument befundet. Das bedeutet: Ich stelle als Physiotherapeut Hypothesen auf, wo die eigentliche Ursache des Problems liegt.“ Im Anschluss erfolgt die Erhebung der biomechanischen Daten mithilfe von hochkomplexen Sensorsystemen im Labor. Hier können Infrarot-Kameras eingesetzt sowie Sensoren zur Erfassung der Bewegung oder Muskelaktivität auf Körpersegmente wie Hand und Arm geklebt werden. Die Sensoren berechnen daraus beispielsweise Gelenkstellung, Bewegungsgeschwindigkeit oder Muskelaktivität.

Die gesammelten Daten werden elektronisch verarbeitet und zusammengeführt. So kann der Physiotherapeut seine Hypothesen mit der biomechanischen Analyse abgleichen, die Behandlung optimieren und zusätzlich eine geeignete Präventions- und Rehabilitationsstrategie ableiten. Während der Behandlung können weitere Laboranalysen gemacht werden, sodass Veränderungen an Muskeln und Gelenken sofort erkennbar sind. So können auch die Musizierenden schnell verstehen, wo ihr Problem liegt. „Ein aufgeklärter Patient versteht viel besser, was er für seine Gesundheit machen kann“, erklärt Möller.

Es besteht großer Bedarf an physiotherapeutischen Behandlungen von darstellenden Künstlerinnen und Künstlern, zu denen neben den Instrumentalistinnen und Instrumentalisten auch die Bereiche Tanz und Gesang zählen. In Deutschland gibt es laut der Deutschen Orchestervereinigung 129 Berufsorchester (Stand Januar 2020), die hohen Belastungen durch Üben, Proben und Auftritte ausgesetzt sind. Obwohl ein hoher Bedarf besteht, sind nur wenige Physiotherapiepraxen auf die individuelle Behandlung von Musizierenden ausgelegt. Ziel des Projektes ist es daher, Physiotherapie für darstellende Künstlerinnen und Künstler bundesweit als eigene Disziplin wie beispielsweise Sportphysiotherapie weiter zu etablieren und der Mangelversorgung entgegenzuwirken.

Durch das Referenzlabor können erstmalig biomechanische Daten in die physiotherapeutische Analyse automatisiert einbezogen werden. Anschließend können individuelle Handlungsanleitungen für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in ganz Deutschland gegeben werden, sodass der Patient oder die Patientin auch am Heimatort behandelt werden kann. „Wir können eine Sprache mit Therapeutinnen und Therapeuten sprechen, die, selbst wenn sie keine Musikphysiotherapieausbildung haben, wissen, was das Problem ist und wie es behandelt werden kann“, erklären Zalpour und Möller.

Zum Hintergrund: Die Musikphysiotherapie hat an der Hochschule Osnabrück eine längere Geschichte. Im Institut für angewandte Physiotherapie und Osteopathie gibt es bereits seit 2007 die Musikersprechstunde. 2012 nahm ein Forschungsteam im Binnenforschungsschwerpunkt „MusikPhysioAnalysis“ seine Arbeit auf. 2012 und 2018 war die Hochschule Gastgeberin des internationalen Musikphysio-Kongresses, was die starke internationale Vernetzung zeigt. Die Forschungserfolge basieren auch auf dem etablierten Austausch mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis. Dazu gehören die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, die Deutsche Orchester-vereinigung, die University of Sydney, die Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin, die Performing Arts Medicine Association sowie die Firma Velamed Medizintechnik GmbH.
Insgesamt forschen im Projekt „RefLabPerform“ sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück in einem interdisziplinären Team. Neben Zalpour und Möller gehören Prof. Dr. Nikolaus Ballenberger, Prof. Dr. Harry von Piekartz, Prof. Dr. Brigitte Tampin, Prof. Dr. Karsten Morisse und Prof. Sascha Wienhausen und Prof. Hauko Wessel zum Team. Bildunterschrift: Mithilfe von biomechanischen Bewegungsanalysen soll bundesweit die physiotherapeutische Behandlung von darstellenden Künstlerinnen und Künstlern verbessert werden.

Ergotherapeutinnen kommt wichtiger Part im Gesundheitssystem zu - auch in der Corona-Krise

Ärzten und Pflegern gehört derzeit der größte Dank der Öffentlichkeit. Zu Recht. Auf derselben Stufe in der medizinischen Bedeutung stehen weitere Berufe in diesem Bereich. Etwa die rund 60.000 systemrelevanten Ergotherapeuten in Deutschland – auch wenn man sie kaum im Rampenlicht sieht. Das kommt daher, dass sie selten in akuten, lebensbedrohlichen Situationen benötigt werden.

Lebensrettend ist ihre Tätigkeit dennoch, denn bei ihrer Therapie geht es um die Qualität des Lebens, des Lebens nach einer Erkrankung oder nach einem Unfall. Ebenso, und das ist aktuell vielleicht sogar ihre wichtigste Mission, unterstützen, stärken, fördern und empowern Ergotherapeuten Menschen in schwierigen Lebenssituationen und Übergangsphasen, in persönlichen genauso wie in allgemeinen Krisen.

Ihre Hilfe ist für viele Betroffene maßgeblich. Denn Menschen erkranken auch während der Corona-Krise weiterhin und benötigen nach einem Schlaganfall, nicht aufschiebbaren Operationen am Herzen, in der Nachbehandlung eines Krebsleidens oder einer akutpsychiatrischen Behandlung ebenso wie wegen ihrer chronischen Erkrankung oder chronischen Schmerzen professionelle Unterstützung, damit sie ihren Alltag bewältigen können. Selbst dann, wenn sie Beeinträchtigungen oder Behinderungen davontragen: Ziel einer ergotherapeutischen Intervention ist es, die Patienten und Klienten zu einem guten und erfüllten Leben zu befähigen.

Ergotherapie-Praxen haben grundsätzlich geöffnet, sind für alle da, die ihre Dienste benötigen. Weitere Informationen und Ergotherapeuten vor Ort gibt es auf der Homepage des Verbands (dve.info); Aktuelles auch auf facebook (der dve) und twitter (DVEergotherapie)



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